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Trilateraler Schüleraustausch in Częstochowa
Ein Jahr ist es nun her, dass der Trilaterale Schüleraustausch mit unseren Partnerschulen Zespół Szkół Ekonomicznych in Częstochowa/Polen und Lycée polyvalent du Val de Lys in Estaires/Frankreich begann. Nach den Begegnungen am EGW und in Frankreich stand nun das letzte Treffen in Polen an. Lesen Sie nachfolgend die Berichte der Teilnehmer.
Sonntag, 20.09.26
Voller Vorfreude haben wir uns heute Morgen vor der Schule in Waldenburg getroffen, um unsere Reise nach Polen anzutreten. Die französischen Schüler*innen haben schon auf uns gewartet und wenig später sind wir dann auch schon losgefahren. Die Reise war zwar lang, aber uns wurde nie langweilig. Durch vereinzelte Pausen, Gesellschaftsspiele und Konversationen über den bevorstehenden Austausch, ging die Zeit dann doch recht schnell vorüber. In Polen angekommen, warteten die polnischen Schüler*innen bereits und die Freude, einander wiederzusehen, war groß. Danach haben wir unsere Zimmer bezogen und sind dann zu einem gemeinsamen Abendessen in die Küche gegangen. Dort haben wir dann ein paar organisatorische Dinge besprochen und anschließend gab es für alle leckere Pizza. Hier in Częstochowa wohnen wir jetzt bis Freitag in der Willa Ania, um erneut beisammen zu sein und ein letztes Mal voneinander lernen zu können. Wir freuen uns auf die bevorstehen Tage!
Liv, Lea und Nenno
Montag, 21.09.26
Am Montag, den 21.9 begann unser Morgen mit einem gemeinsamen Frühstück in der Unterkunft, welches von einigen der Schüler zubereitet wurde. Danach fuhren wir gemeinsam an die ZSE (polnische Schule), wo wir herumgeführt wurden, einige Spiele spielten und an einem Workshop zum Thema Auschwitz teilnahmen. Danach liefen wir gemeinsam zu einer Berufsschule, wo wir ein warmes Mittagessen bekamen. Im Anschluss besuchten wir die Stadt und bestiegen den Turm der Klosterkirche Jasna Góra für eine schöne Aussicht. Anschließend bekamen wir im gemischten Gruppen einige Aufgaben, welche wir in der Stadt erledigen sollten, bevor wir schließlich für den Rest des Tages Freizeit bekamen. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen in der Unterkunft.
Jo und May
Dienstag, 22.09.26
Nachdem wir gestern zahlreiche Eindrücke sammeln durften, sollten heute noch einmal 100 weitere dazukommen. Als wir zu früher Stunde um 6:00 Uhr aufgewacht sind, um pünktlich nach dem Frühstück mit dem Bus zum KL-Auschwitz zu fahren, konnten wir nicht ahnen, was uns erwarten sollte. Wir wussten alle bereits aus dem Geschichtsunterricht, was für grausame Dinge dort passierten. Doch nichts konnte uns darauf vorbereiten, was wir tatsächlich sahen. Nach einer knapp zweistündigen Fahrt mit dem Bus erreichten wir ein Meer aus Stacheldraht und Backstein. Während einer Führung durch das Vernichtungslager erfuhren wir von den weitaus erbärmlicheren Umständen in den Lagern als jenen, von denen wir im Unterricht gelernt hatten. Rund 1,3 Millionen Menschen wurden zwischen 1940 und 1945 dorthin aus ganz Europa deportiert. Nur grob 10 % der Inhaftierten schafften es lebendig aus dem Lager. Der Rest starb an Krankheiten, durch Hinrichtungen in den Gaskammern, durch Erschießungen, durch Hunger oder an absolut widerwärtigen Experimenten an Menschen. Die Ausstellung zeigte die ungeschönte Realität der Häftlinge. Am Ende der Führung durch das Vernichtungslager und Stammlager war uns allen bewusst, wie wichtig es ist, dass man sich erinnert. History repeats itself. Um das alles erst einmal zu verdauen, haben wir (wenn auch schwierig) erst einmal zu Mittag in der Unterkunft gegessen. Anschließend haben wir uns in einem der Gebäude gegenüber dem KL in den jeweiligen Sprachen versammelt, um historische Aufzeichnungen und Zeitzeugenberichte zu lesen. Passend zur düsteren Stimmung hat es auch noch angefangen, in Strömen zu regnen. Völlig durchnässt und erschöpft sind wir in der Herberge angekommen und haben ein wenig Freizeit genossen. Am Abend gab es noch eine abschließende Besprechung und Planung für den nächsten Tag. Trotz der traurigen Dinge, die wir gesehen haben, haben wir uns am Abend getroffen und in froher Runde Spiele mit den französischen und polnischen Schülern gespielt. Es war ein spannender, trauriger, aber wichtiger Tag. Wir finden, dass jeder dies einmal gesehen haben sollte. Nur durch die Erinnerung leben die Opfer weiter, und wir haben die Chance, dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht.
Jonas, Colin und Julius
Mittwoch, 23.09.26
Am Mittwoch, den 23. September, ging es nach Krakau. Nach einem abwechslungsreichen Frühstück traten wir um 9.30 Uhr die zweistündige Fahrt in die zweitgrößte Stadt Polens an. Kaum waren wir angekommen, begann eine zweistündige Stadtbesichtigung. Wir besuchten bekannte Orte wie di Marienkirche, die Krakauer Tuchhallen und das Wawel-Schloss mit dem berüchtigten Wawel-Drachen, der am Ufer der Weichsel sein Unwesen treibt. Durch den Stadtführer erfuhren wir Geschichten und Sagen über das Schloss und auch über die anderen Sehenswürdigkeiten. Auch eine Stadtrallye durfte nicht fehlen, bei der wir alle viel Spaß dabei hatten, die Rätsel zu lösen und noch ein paar andere Teile der Stadt zu erkunden. Danach ging es als letztes noch in das jüdische Stadtviertel Kazimierz. Dort endete die Stadtführung kurz nach 14 Uhr bei den Streetfood-Läden am Okraglak. Dort bekam dann jeder 50 Zloty für sein Mittagessen und eine Stunde Zeit, sich ein Essen seiner Wahl aussuchen zu können. Gegen 16:15 Uhr brachen wir zur Rückkehr ins Stadtzentrum auf. Dort angekommen, bekamen wir 1,5 Stunden, die uns frei zur Verfügung standen, also wir konnten shoppen gehen, selbst erkunden und, und, und… Nach dieser Zeit trafen wir uns auf dem Marktplatz wieder, um uns zum Bus zurück zu begeben. Angekommen im Bus, ließen wir uns alle, so müde und geschafft wir vom Tag waren, in die Sitze fallen und genossen die Fahrt zurück zur Unterkunft in Częstochowa. Dort angekommen, gab es zum Abendbrot erstmal etwas Leckeres zu essen für uns. Nach dem Essen verkrochen sich alle auf ihre Zimmer, werteten den Tag aus, machten sich frisch und fielen schließlich mit vielen neuen Erinnerungen ins Bett.
Joelle, Carlotta
Donnerstag, 24.09.26
Der Tag begann mit einem leckeren Frühstück um 8:30 Uhr. Danach sind wir alle zusammen zur Schule gelaufen und haben uns dort in internationale Teams aufgeteilt. Dabei haben wir verschiedene Aufgaben erfüllt, wie zum Beispiel Rätsel lösen, einen hohen Turm bauen oder Pantomime spielen, immer im Wettstreit mit den anderen Gruppen. Gegen 14:00 Uhr sind wir dann wieder in die Kochschule gefahren und haben gut zu Mittag gegessen. Um uns passend für den nächsten Ausflug einzukleiden, hatten wir eine Stunde Freizeit. Denn es ging dann ins Krakau-Tschenstochauer Juragebirge, wo wir auf einer kleinen Wanderung zwei der sogenannten Adlerhorst-Burgen gesehen haben. Diese stammen aus dem 14. Jahrhundert und wurden zur Sicherung der südwestlichen Grenze des Königreichs Polen erbaut. Zum Abschluss haben wir auf einer Art Ranch bei Lagerfeuer zu Abend gegessen. So haben wir unseren letzten Abend mit Musik und Gesang ums Lagerfeuer beendet.
Ida-Marie, Laura





















